Aktuelles aus dem ÖHK

Prof. Dr. Hendrik Streeck, der Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung, sowie Christian Hirte, Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär, haben das Ökumenische Hainich Klinikum (ÖHK) in Mühlhausen besucht. Der Besuch stand im Zeichen einer intensiven Auseinandersetzung mit den aktuellen Herausforderungen der Suchtmedizin und -versorgung in Deutschland, insbesondere in der Region.
Intensiver fachlicher Austausch
Die Klinik für Suchtmedizin des Ökumenischen Hainich Klinikums, die größte ihrer Art in Thüringen, präsentierte den beiden Gästen einen umfassenden Einblick in ihre tägliche Arbeit. Die Mitarbeitenden des Bereichs berichteten von den Herausforderungen, die mit der Behandlung und Betreuung von Menschen mit Suchterkrankungen verbunden sind, und zeigten auf, wie wichtig es ist, die eigenen Angebote ständig an die sich verändernden Bedarfe seitens der Betroffenen anzupassen.
Während des Besuchs wurden mehrere brennende Themen der aktuellen suchtmedizinischen Versorgung angesprochen und diskutiert. Dr. med. Katharina Schoett, Ärztliche Direktorin des ÖHK und Chefärztin der Klinik für Suchtmedizin, stellte die Klinik vor und berichtete über die regionalen Versorgungsstrukturen. Aufgrund der schnellen Veränderungen in der Drogenlandschaft sieht die Klinik einen sich immer wieder verändernden Handlungsbedarf. So suchen aktuell auffallend viele junge Menschen die Klinik auf, da sie ihren Konsum (z.B. von Cannabis, Alkohol oder elektronischen Medien) immer weniger selbst kontrollieren können und dadurch ursprüngliche Lebenspläne ins Wanken geraten. Aber auch die zunehmende Verbreitung von Fentanyl und opioidhaltigen Schmerzmitteln in der Szene treibt die Behandelnden um. Prof. Streeck und Christian Hirte zeigten sich besorgt über die Gefahren, die von diesen Substanzen ausgehen, und sprachen sich für verstärkte Aufklärung und präventive Maßnahmen ebenso wie für eine enge Zusammenarbeit beim Monitoring aus.
Dazu erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Prof. Hendrik Streeck: „Was mir beim Besuch im Ökumenischen Hainich Klinikum geschildert wurde, zeigt eindrücklich, wie dynamisch sich der Drogenmarkt und damit auch der Drogenkonsum verändert. Wir sehen immer jüngere Patientinnen und Patienten, neue hochpotente Substanzen und einen zunehmend gefährlichen Mischkonsum. In dieser Situation brauchen wir Beratungsstellen, Ärzte und Kliniken, die mit Kompetenz und Einsatz in der Lage sind, sich auf neue Entwicklungen einzustellen und neue Wege zu gehen. Das Ökumenische Hainich Klinikum leistet unverzichtbare Arbeit, weil es die medizinische Behandlung der Betroffenen und die dringend notwendige Aus- und Weiterbildung konsequent zusammendenkt. Dieser Beitrag zur Fortentwicklung der Suchtbehandlung wird weit über die Grenzen der Region hinaus wahrgenommen. Kliniken wie dieser kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht, Sucht und Elend durch Opioide, Metamphetaminkonsum, Kokain oder auch Alkohol zurückzudrängen.“
Dank wissenschaftlicher Fortschritte sind Suchterkrankungen heutzutage in vielen Fällen gut behandelbar – wenn entsprechend qualifizierte Therapien zur Anwendung kommen. Hierzu braucht es entsprechend geschulte interdisziplinäre Teams, die es allerdings an vielen Orten Deutschlands (noch) nicht gibt. Traditionell wird in ärztlichen, psychologischen und pflegerischen Berufen nur wenig Wissen zu Suchterkrankungen vermitteln, was angesichts der zahlenmäßigen Häufigkeit dieser Erkrankungen auf jeden Fall erstaunt. Nur wenn Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und andere Fachkräfte gut ausgebildet sind, können sie Patient:innen die umfassende und wirkungsvolle Therapie bieten, die sie benötigen. Um diese Lücke etwas zu schließen, bietet die Hainich Akademie, als Fortbildungsstätte des ÖHK, aus eigener Initiative heraus zahlreiche Veranstaltungen an, in denen Mitarbeitende aus medizinischen Berufen ihr Wissen über die Behandlung von Suchterkrankungen erweitern können. Dieses Engagement wurde seitens aller Anwesenden wertgeschätzt und zeigt, dass in Thüringen Probleme nicht nur benannt, sondern auch konstruktiv angegangen werden.
Öffentliche Podiumsdiskussion
Am Abend lud der Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises, Thomas Ahke, zu einer Podiumsdiskussion in die Hainich Akademie ein. Neben Prof. Streeck, Herrn Hirte, Herrn Ahke und Frau Dr. Schoett wurden auch Ann-Kristin Zabel-Fröhlich (2. Beigeordnete der Stadt Mühlhausen) und Mandy Prütz (Suchtberatungsstelle der „Suchthilfe in Thüringen“ in Mühlhausen) im Podium zum Thema „Aktuelle Herausforderungen in der Drogen- und Suchtpolitik“ begrüßt. Das Interesse zum Thema war groß und die Veranstaltung war mit knapp 200 Gästen schnell ausgebucht. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen unter anderem Themen wie das Gelingen einer zeitgemäßen Suchtprävention oder die Weiterentwicklung von Hilfs- und Versorgungsstrukturen. Schließlich ist gut zu verstehen, dass durch eine frühzeitige und zielgruppenspezifische Prävention dafür gesorgt werden kann, dass gar nicht erst so viele Menschen Suchtprobleme entwickeln. Dies war für die anwesenden Lokalpolitiker nicht zuletzt hinsichtlich der Kosten interessant, spart doch investiertes Geld für Prävention auf lange Sicht Geld für Versorgung und Behandlung. Das ÖHK ist im Übrigen auch hier ein Vorreiter: In den letzten Monaten besuchten ca. 40 Schulklassen aus der Region die Klinik, sprachen mit Betroffenen und lernten von Mitarbeitenden der Suchtklinik sowie Frau Vockrodt-Reich (Suchttherapeutin in der BOJE in Mühlhausen), worauf beim Umgang mit Substanzen zu achten ist.
Der Besuch von Prof. Dr. Hendrik Streeck und Christian Hirte unterstreicht die Wichtigkeit einer politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit den drängenden Problemen im Zusammenhang mit dem Konsum psychotroper Substanzen. Beide Politiker kündigten an, sich verstärkt für eine Verbesserung der Suchtversorgung und der Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich einzusetzen.
Die Herausforderungen in der Suchtmedizin sind vielfältig, aber durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Kliniken und Fachkräften können gemeinsam Lösungen entwickeln werden, die den betroffenen Menschen zugutekommen. Das Ökumenische Hainich Klinikum bleibt ein wichtiger Akteur in der Suchtmedizin und wird auch weiterhin mit Leidenschaft und Fachkompetenz für die Bedürfnisse der Betroffenen einstehen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei „Freunde Mühlhausens“ e.V. aus Münster für die Nominierung zur Baumpflanzchallenge! Gern nehmen wir diese an!
Das Gelände rund um den neuen Parkplatz am Rande des Ökumenischen Hainich Klinikums bietet derzeit noch genügend Fläche, die bepflanzt werden möchte :) . Wir haben für die Challenge eine Hainbuche (Lat.: Carpinus betulus Fastigiata) ausgewählt – passend zur Region und unserem Klinikum. Stellvertretend für das ÖHK und die Hainich Akademie hat die ärztliche Direktorin Dr. med. Katharina Schoett gemeinsam mit Claudia Helbing, Julian Wagner und den Gärtnern Matthias Hause und Niklas Zimmermann tatkräftig angepackt. Möge der neue Baum gut anwachsen und genauso schön und kräftig werden, wie die bereits im Gelände zahlreich vorhandenen.
Wir sind glücklich, dass dieser Baum nicht nur zukünftige Generationen erfreut, sondern auch zum Klimaschutz beiträgt und ein Symbol der Verbundenheit nach Münster sendet.
Die Challenge geben wir gern weiter und nominieren den DRK-Kreisverband Unstrut-Hainich e.V.! Wir sind uns sicher, dass die Kollegen Michael Watterott (Vorstandsvorsitzender) und Michael Thüringer (Leiter Ausbildung) am neu eröffneten Katastrophen- und Ausbildungszentrum in der Damaschkestraße in Mühlhausen noch einen schönen Platz frei haben. Wir wünschen viel Spaß beim Pflanzen! :)

Der diesjährige Tag der offenen Tür hat erneut zahlreiche Besucher:innen auf unser Klinikgelände gelockt und war ein voller Erfolg. Bei strahlendem Sonnenschein nutzten viele Interessierte die Gelegenheit, unsere Einrichtung näher kennenzulernen, mit Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Besonders großen Zuspruch fanden die vielfältigen Fachvorträge, die nicht nur informativ, sondern auch einladend gestaltet waren. Im Anschluss nutzten viele Gäste die Möglichkeit, direkt mit unseren Expert:innen ins Gespräch zu kommen – ein Austausch, der auf beiden Seiten sehr geschätzt wurde.
Auch der gesellige Teil kam nicht zu kurz: Vor der Hainich Akademie herrschte reges Treiben. Bei Bratwurst, kühlen Getränken und leckerem Eis ließ es sich wunderbar verweilen. Für die jüngsten Gäste war die Hüpfburg ein echtes Highlight, ebenso wie das Kinderschminken. Kreative Mitmachaktionen rundeten das Angebot ab: Die Klinikseelsorge lud zur Gestaltung von Holztäfelchen ein, während die Ergotherapie mit dem Bau von Nistkästen begeisterte. Zusätzlich konnten handgefertigte Produkte aus der Ergotherapie erworben werden – viele Besucher:innen nahmen ein kleines Andenken mit nach Hause.
Für besondere Begeisterung sorgten wieder der Auftritt des Spielmannszugs, die beliebte Tschu-Tschu-Bahn, die Klein und Groß über das Gelände fuhr, sowie die eindrucksvolle Präsentation der Werkfeuerwehr, die viele staunende Blicke auf sich zog.
Am Samstag, den 13.09.2025 öffnet das Ökumenische Hainich Klinikum seine Türen und lädt Groß und Klein herzlich ein, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Von 14 bis 17 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm voller spannender Einblicke, Vorträge und Mitmachangebote.
Besichtigungsmöglichkeiten
Die Hainich Akademie (ehemals Sozialzentrum/Kulturhaus) präsentiert sich nach aufwendiger Modernisierung in neuem Glanz. Außerdem können Gäste das neue Logistik- und Servicegebäude kennenlernen, das viele wichtige Arbeitsbereiche wie Gärtnerei, Fuhrpark, Apotheke und Lager vereint. In der Funktionsdiagnostik stehen spannende Einblicke in verschiedene Untersuchungsmethoden auf dem Programm – unter anderem wird der Ablauf einer Ultraschalluntersuchung anschaulich vorgestellt.
Vorträge und Austausch
Spannend, verständlich und mitten aus dem Klinikalltag: In der Hainich Akademie erwartet die Besucher:innen eine Vortragsreihe zu vielfältigen Gesundheitsthemen. Expertinnen und Experten des Klinikums geben praxisnahe Einblicke zu Delir, Post-COVID-Syndrom, Schlaganfall, Drogenkonsum, Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen, Angststörungen sowie Borderline Persönlichkeitsstörung. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, direkt mit den Referentinnen und Referenten ins Gespräch zu kommen.
Rahmenprogramm für die ganze Familie
Damit auch der Spaß nicht zu kurz kommt, lädt die Tschu-Tschu-Bahn zu einer Rundfahrt über das Klinikgelände ein. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg und Kinderschminken. Die klinikeigene Werkfeuerwehr zeigt ihre Ausrüstung und demonstriert, wie Brände effektiv gelöscht werden. Darüber hinaus sorgt der Spielmannszug Sachsensiedlung für die musikalische Untermalung des Nachmittags. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Ob Kaffee und Kuchen im Klinikrestaurant oder Bratwurst, Eis und Getränke vor der Hainich Akademie – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Zukunft zum Anfassen
Wer Interesse an beruflichen Perspektiven hat, kann sich am Info-Stand über vielfältige Karrieremöglichkeiten im ÖHK informieren und direkt mit Mitarbeitenden aus der Personalabteilung ins Gespräch kommen.
Jährlich erleiden rund 8.500 Menschen in Thüringen einen Schlaganfall – eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen drastisch verändern kann.
Im Ökumenischen Hainich Klinikum in Mühlhausen werden Schlaganfallpatienten durch ein spezialisiertes Team auf der Stroke Unit betreut, das höchste medizinische Standards gewährleistet. Nun wurde die Fachabteilung erneut durch die LGA-InterCert nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert. Professor Dr. med. George Trendelenburg, Chefarzt der Klinik für Neurologie, sieht die Rezertifizierung als Bestätigung für die hohe Versorgungsqualität: „Ich freue mich, dass wir die Auditoren von unserer Versorgung und unserem Behandlungskonzept überzeugen konnten.“, sagte er. Dies sei ein klarer Beleg für die reibungslosen Abläufe in der Notfallversorgung, die großartige Zusammenarbeit im Team und die fachlich sowie menschlich erstklassige Betreuung auf der Station. Professor Trendelenburg bedankt sich bei den Mitarb
eitenden des Qualitätsmanagements sowie seinem gesamten Team für das Engagement im Zertifizierungsprozess und für die kontinuierlich exzellente Versorgung von Schlaganfallpatienten.
Dank der hochmodernen diagnostischen Möglichkeiten in der Radiologie und der Stroke Unit können im Ernstfall alle notwendigen Maßnahmen in kürzester Zeit eingeleitet werden. Die Patientinnen und Patienten erhalten eine umfassende klinische Betreuung und werden engmaschig überwacht. Sollte es erforderlich sein, werden sie für zeitkritische Eingriffe oder Interventionen an die Universitätskliniken in Erfurt, Jena oder Göttingen verlegt. Auch die frühzeitige rehabilitative Behandlung durch Ergo-, Physio- und Sprachtherapie spielt eine entscheidende Rolle im Genesungsprozess.
Professor Trendelenburg betont immer wieder: „Schlaganfallsymptome dürfen auf keinen Fall unterschätzt werden. Im Falle eines Verdachts sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Nicht ohne Grund gilt der Grundsatz: ‚Time is brain‘ – je schneller die Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen, bleibende Schäden zu vermeiden oder sogar vollständig zu verhindern.“
Ihr direkter Kontakt
Sie wollen über das Ökumenische Hainich Klinikum Mühlhausen berichten? Über folgenden Kontakt können Sie unsere Öffentlichkeitsarbeit erreichen. Gern stehen wir Ihnen für Presseanfragen zur Verfügung und unterstützen Sie mit wissenswerten Informationen zur Klinik.

Hinweis auf Krankenhausspiegel Thüringen
Der Krankenhausspiegel Thüringen bietet Patientinnen und Patienten einen schnellen Überblick über Standorte von Psychiatrie-Standorten der Krankenhäuser in Thüringen mit Behandlungsangeboten der drei folgenden Bereiche:
- Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie
- Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
- Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie
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